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emmaus - Pfarrblatt Völs |
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Emmaus 02/2006 |
30 Jahre Vinzenzgemeinschaft VölsHeiliger Geist, öffne meine Augen, Heiliger Geist, öffne meine Ohren, Heiliger Geist, öffne mein ganzes Gesicht, Heiliger Geist, öffne mein Herz, Heiliger Geist, öffne meine Hände, Man könnte meinen, dieses Gebet sei ganz besonders für die Menschen geschrieben, die in den Vinzenzgemeinschaften (VG) auf der ganzen Welt arbeiten. Ohne Gottes Hilfe wäre es uns wohl auch kaum möglich gewesen, uns dreißig Jahre lang um die Nöte von Mitmenschen zu kümmern, sozusagen in den Schuhen des anderen zu gehen.
Im Jahr 1976 hat der damalige Pfarrer Friedrich Obwexer eine VG in Völs gegründet und konnte zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen. Das erste Vorhaben war die Gründung unserer Emmaus-Stube, in der sich jeden Montag - nun auch schon 30 Jahre lang - unsere älteren MitbürgerInnen zu einem gemütlichen Nachmittag treffen. Bald kam die Idee auf, einmal jährlich alle Völserinnen und Völser über 70 Jahre zu einem gemeinsamen Ausflug einzuladen und so erkunden wir im Herbst mit zwei Autobussen immer noch Tirol.
Ein besonderes Anliegen ist mit den Jahren immer dringender geworden, nämlich uns um einsame ältere Menschen zu kümmern. Wie wir alle wissen, werden wir heutzutage dank der guten medizinischen Versorgung wesentlich älter als noch vor einer oder zwei Generationen. Viele - auch wenn sie noch in einem Familienverband leben dürfen - freuen sich über einen Besuch von der VG, weil sie vielleicht selbst nicht mehr viel aus dem Haus kommen. Zu runden Geburtstagen bzw. ab 80 jedes Jahr und in den Tagen vor Weihnachten und vor Ostern stellen wir uns mit einem kleinen Mitbringsel ein und nehmen uns auch zwischendurch für ein oft längeres Gespräch Zeit, wenn man sieht, dass es nötig ist. Einige Jahre nach Gründung der Vinzenzgemeinschaft hat die damalige Obfrau, Frau Anni Eisele, die erste Seniorentanzgruppe in Völs ins Leben gerufen, was damals eine absolute Pioniertat in Tirol war. An vielen Nachmittagen haben eine inzwischen große Zahl von Tanzfreudigen nicht nur ihr Gedächtnis und ihren Körper trainiert, sondern haben viele Stunden in netter, fröhlicher Gemeinschaft verbracht.
Mit einem aus dem Pfarrgemeinderat hervorgegangenen Team gemeinsam laden wir die Senioren zum jährlichen Seniorengottesdienst ein und holen sie, wenn nötig, auch von zu Hause ab. Anschließend gibt es - je nach Wetter möglichst im Pfarrgarten - ein gemütliches Beisammensein bei Speis und Trank. Neben all diesen Aktivitäten haben wir es von Anfang an als unsere wichtigste Aufgabe gesehen, Hilfe in Notfällen zu geben. Sehr oft sind es finanzielle Überbrückungshilfen. Manchmal ist es uns gelungen, den Hilfesuchenden das Dach über dem Kopf bzw. die eigenen vier Wände zu erhalten. Wenn wir selbst einmal nicht helfen können, arbeiten wir mit dem Sozialsprengel oder auch mit der Caritas zusammen. Absolute Verschwiegenheit ist selbstverständlich, schnelle und unbürokratische Hilfe fast immer notwendig. Nationalität oder Weltanschauung dürfen keine Rolle spielen und die Frage nach Schuld stellen wir nicht. Die augenblickliche Situation ist ausschlaggebend. Ein Beispiel dazu: Wenn einer Familie mit Kindern am Freitag die Gefahr droht, dass übers Wochenende der Strom abgeschaltet wird, weil die Stromrechnung nicht bezahlt werden konnte, ist das eben ein solcher Fall für schnelle Hilfe.
Alle Arbeit geschieht ehrenamtlich. Zeit, Know-how und Zuwendung können wir anbieten. Jeder von uns und auch jeder von Ihnen, liebe Leser, hat seine eigene Begabung. Vielleicht muss man sie nur wecken und entsprechend einsetzen. An dieser Stelle möchten wir allen, die unsere Arbeit - zum Teil seit sehr vielen Jahren - finanziell oder auch im Gebet mittragen, ein ganz großes Vergelt's Gott auszusprechen.
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