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emmaus - Pfarrblatt Völs

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Liebe Mitchristen!

Pfarrer Bernhard GroßPfingsten ist nicht nur ein persönliches Fest, damit jeder und jede einzelne Gottes Kraft entdeckt; es ist auch ein Fest der Gemeinschaft, der Kirche, durch die leider Gottes immer noch ein tiefer Riss geht, weil wir hier auch mehr Augenmerk auf die Unterschiede und das Trennende, anstatt auf das Gemeinsame und Verbindende richten. Evangelisch, katholisch, orthodox ... Doch es ist ein Gott, ein Jesus, ein Geist, der uns treibt; es ist eine Taufe, ein Glaube, der uns verbindet. In jedem ökumenischen Gottesdienst zeigen wir das.

Gottes guter Geist hält - wie damals die Jüngerinnen und Jünger - so auch uns heute weltweit als Gemeinde zusammen. Im ersten Petrusbrief heißt es im zweiten Kapitel sinngemäß: "Ihr werdet schmecken, wie freundlich Jesus, unser Herr, ist. Zu ihm dürft ihr gehen. Jesus ist der Eckstein für Gottes neue Welt. Gott ist der Baumeister und baut mit euch sein Haus. Ihr Glaubenden seid für Gott unverzichtbar und seid seine lebendigen Steine, erbaut zu seinem Haus. Für die aber, die den Glauben ablehnen, wird Jesus zum Stein, über den sie stolpern".

Wir haben also einen Auftrag als Christen: uns nicht zu vereinzeln, jeder für sich, und auch nicht uns zu verstecken, sondern uns zusammenzuschließen, uns gegenseitig zu bereichern, und so unseren Platz in der Welt einzunehmen im Bau Gottes.

Eine Kirche braucht ein gutes Fundament, wie jedes Gebäude, jede Gemeinde, und wie jeder Mensch. Wenn die Fundamente nicht sicher sind, ist die Gefahr groß, dass das Gebäude einstürzt. Deshalb müssen wir auf unsere Lebensfundamente achten.

In der Kirche haben wir ein unerschütterliches Fundament: Es sind nicht wir Pfarrer, es sind nicht die Kirchenbeitragszahler und auch nicht die Kirchgänger, denn wir sind - so haben wir eben gehört - lebendige Steine im Hause Gottes. Ganz klar wird jede und jeder von uns gebraucht, sonst wird die Wand löchrig und das Dach undicht. Helfende Hände und Mitdenker und Beterinnen, Musiker und Organisatoren und Hintergrundleute, Menschen, die Geschichten erzählen und anderen zuhören, die Kaffee kochen und Kuchen backen, Tische rücken, Räume schmücken, die sich um Menschen und Gebäude kümmern, Geburtstagskinder besuchen, den Gemeindebrief machen, den Rasen ums Gemeindehaus mähen, Wein für die Gemeinde stiften und, und, und ...

Viele Steine bilden das Haus der Kirche, doch Fundament ist und bleibt Jesus Christus, der Wanderrabbi aus Nazareth, der vom Reich Gottes predigte und Gott mit Vater anredete. Es ist Jesus Christus, der aus Liebe bis ans Kreuz ging, der sein Leben für seine Freunde opferte und den Gott nicht im Tod ließ, sondern zum Leben erweckte. Klug ist, wer sich sein Leben lang an ihm orientiert, ausrichtet, wer seine Gedanken sich zu Eigen macht, wer versucht seinem Vorbild zu folgen.
Wer sein Leben auf ein festes Fundament stellt, der wird in allen Stürmen des Lebens nicht verloren gehen. So erzählt Jesus von den beiden Männern: Der eine setzte sein Haus in den Sand - es sah schön aus, und als der erste Sturm und Wasser kamen, krachte es ein wie ein Kartenhaus. Ein anderer aber baute sein Haus auf Felsen, und Wasser und Sturm konnten ihm nichts anhaben. Auf die richtige Grundlage im Leben kommt es also an.

Glaubwürdig, liebevoll, mutig, ideenreich und tatkräftig können wir unseren Glauben zeigen, mit anderen zusammen uns austauschen und einsetzen, Gott loben und uns engagieren. Lichtpunkte seiner Liebe sollen wir sein. Gottes guter Geist stiftet uns dazu an - alle Tage, nicht nur an Pfingsten.

Pfarrer Bernhard Gross

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